CHATROOM

Hideo Nakata ist es zu verdanken, dass Horror ohne viel Effekt endlich wieder beunruhigend, irritierend, verstörend sein darf: Der mittlerweile knapp 50-jährige Japaner gilt als Meister der Gänsehaut. Mit RING hat er 1998 die Angst im Film in eine neue Dimension katapultiert und für das folgende Millennium Maßstäbe gesetzt. Während US-Hits wie SCREAM und SAW nur bekannte Konventionen zuspitzten, fühlte sich RING seinerzeit tatsächlich neu an, ließ sich nicht so schnell einordnen, warf Fragen auf. Hideo Nakata ist diesem Weg treu geblieben. In CHATROOM, seinem zweiten englischsprachigen Film, zieht er bewundernswert unbeirrbar sein bildliches Konzept durch: Die Cyberwelt visualisiert der Stimmungskünstler als ein Gewirr von Fantasieräumen, die über endlose, dicht bevölkerte Korridore zu erreichen sind – eine aberwitzige Kreuzung aus Overlook-Hotel und überlaufener Jugendherberge. Wer sich auf diesen Trip einlässt, wird ziemlich geflasht und belohnt mit einem der eindringlichsten und dunkelsten Filme über Mobbing, Manipulation und Gruppendynamik im Myspace-Zeitalter. Ein paar junge Leute treffen sich zum unverbindlichen Chat. Bald übernimmt Anführertyp William das Ruder. Scheinbar freundlich und interessiert gelingt es ihm, die schlimmsten Seiten aus den anderen herauszukitzeln. Was die Jugendlichen nicht wissen: William hat seine eigenen Leichen im Keller und einen besonders abscheulichen Grund, sich immer mehr auf Jim, den Außenseiter der Gruppe, einzuschießen … Besetzt mit richtig heißen britischen Newcomern wie KICK-ASS-Star Aaron Johnson und Imogen Poots aus CENTURION ist CHATROOM vor allem stylischer Psychothrill und sicher kein Horrorfilm im Genresinn. Doch wie Nakata, nach einem Drehbuch von HUNGER-Autorin Enda Walsh (die hier ihr eigenes Theaterstück adaptiert), Salz in die tiefsten Wunden des Teenagerdaseins streut, verstört ungemein.

“Movie depiction of the web has mainly veered from the silly and stupid (THE NET) to the fun but re- ally stupid (HACKERS). Fear not, though. with CHATROOM, Hideo Nakata (best known for directing the original japanese RINgU) has crafted a fine, twisted little movie, which successfully depicts the me- dium in a way that doesn’t have you chewing off your knuckles in embarrassment. More importantly, it packs a hefty emotional punch with some wonderfully realized characters and a tightly wound script courtesy of HUNgER scribe Enda walsh. william (Aaron john- son) is a formerly suicidal teen- ager who has seemingly come out, if not on the other side, some- where in the middle. He sets up a
chatroom on an online server, and soon attracts what appear to be fellow misfits in Eva (Imogen Poots), jim (Matthew Beard), Emily (Hannah Murray) and Mo (Daniel Kaluuya). As he uses his words to extend his power over their lives, it soon becomes clear that wil- liam might not have the best in- terests of his new friends at heart.” Digital Spy

CENTERPIECE
GROSSBRITANNIEN 2010 / 35 MM / 97 MIN /
ENGLISCHE OV


REGIE Hideo Nakata
DARSTELLER Aaron Johnson / Imogen Poots / Matthew Beard / Hannah Murray / Daniel Kaluuya / Megan Dodds / Michelle Fairley / Nicholas Gleaves
DREHBUCH + THEATERVORLAGE Enda Walsh MUSIK Kenji Kawai KAMERA Benoit Delhomme PRODUCTION DESIGN Jon Henson PRODUZENT Laura Hastings-Smith / Alison Owen / Paul Trijbits
VERLEIH Universum Film

CANNES 2010
Un Certain Regard

Screening Termine
B / 22 AUG / 20.30 UHR / CINEMAXX 7
(wh: 24 aug / 15.00 uhr / cinemaxx 7)
HH / 20 AUG / 19.00 UHR / CINEMAXX 6
K / 27 AUG / 19.15 UHR / CINEDOM 9
F / 29 AUG / 17.00 UHR / METROPOLIS 8
H / 28 AUG / 21.30 UHR / CINEMAXX 10
M / 05 SEPT / 19.15 UHR / CINEMA
S / 04 SEPT / 17.00 UHR / METROPOL 1
N / 07 SEPT / 21.30 UHR / CINECITTA' 3

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