BLACK SHEEP
Jonathan King
OPENING NIGHT / Neuseeland 2006, 87 min, englische OV / Deutsche Premiere

Seit Jahrtausenden lässt sich die Gattung „Ovis gmelini aries“, das gemeine Hausschaf, einiges von uns Menschen gefallen. Schon in biblischen Tagen als Opferlamm beliebt, hält es heute in seiner dunklen Ausprägung als Metapher für Loser und Außenseiter her. Geltungssüchtige Wissenschaftler klonen, was das Reagenzglas hält, und selbst nachts hat der Paarhufer keine Ruhe: Millionen schlafloser Zweibeiner lassen unzählige Schafe erbarmungslos über Weidezäune hüpfen. Höchste Zeit, das Schlachtbeil umzudrehen!
Im Gegensatz zu den Protagonisten in BLACK SHEEP wissen wir nur allzu genau, dass Experimente mit wehrlosen Geschöpfen selten Gutes bewirken. Die Katastrophe aber führen hier übermotivierte Umweltaktivisten herbei. Es sind die Ultra-Ökos Grant und Experience, die aus dem Labor des Schafzüchters Angus Oldfield ein genverändertes Babyschaf entführen und bei ihrer Flucht entwischen lassen. Der kleine Racker trägt dummerweise ein hoch ansteckendes Virus in sich, das seine Artgenossen in blutrünstige Bestien verwandelt.
Es entspinnt sich eine Black-Comedy-Perle, die einmal mehr unter Beweis stellt, dass auf die Gleichung „Neuseeland plus Horror gleich Mordsspaß“ auch zwei Jahrzehnte nach Peter Jacksons Erstling BAD TASTE Verlass ist. Dabei findet Regiedebütant Jonathan King einen eigenständigen Stil, ohne die alten Klassiker zu kopieren. Für gepflegtes Retrofeeling sorgt die Special-Effects-Firma Weta Workshop, die drei Mal in Folge für Jacksons DER HERR DER RINGE-Trilogie oscargekrönt wurde. Tatsächlich lässt das animatronische Sheep Zero nostalgische Erinnerungen an den guten alten Rattenaffen aus BRAINDEAD aufkommen und der Verzicht auf CGI-Kreaturen macht deutlich, dass die Effekte früher vielleicht nicht besser waren, aber auf jeden Fall den größeren Fun-Faktor boten.
Doch auch unabhängig von fleischversessenen Zombieschafen sorgt BLACK SHEEP für Stimmung: Das liegt zum einen an der liebevollen Figurenkonstellation, in der keine genreübliche Gruppierung fehlen darf – idealistische Naturschützer mit Hinduismusfaible, gedankenlose Mad Scientists, skrupellose Anzugträger,  schrullige Rentner und besonders wichtig: die showdownobligatorische Festgesellschaft! – zum anderen an wundervoll überzogenen Actionsequenzen, schrägen Dialogen und dem sympathischen Cast. Darunter BRAINDEAD-Veteranin Glenis Levestam, die als Haushälterin Mrs. Mac mit unorthodoxen Kochkünsten für mehr Angst und Schrecken sorgt als alle Schafe und Wissenschaftler zusammen.


“Now think about this very carefully: over there on the opposite side of the Earth, not far from the home of Babe, the pig who longs to be a sheep dog, comes a film that explains how in New Zealand (the promised land, home to Peter Jackson and the dog-eating mothers) there is a population of forty million sheep who are sick and tired of being treated like idiots by shepherds, swine and dogs. In BLACK SHEEP, logically enough, there is a genetic engineering operation that goes spectacularly wrong. The movie is madness at its best and for the first time since the Bible, the rampaging sheep outnumber the ones who go to heaven after the slaughterhouse. In fact, they nearly have the good shepherd for lunch.” – San Sebastian Horror & Fantasy Film Festival

CAST + CREDITS
REGIE Jonathan King  
DARSTELLER Nathan Meister, Glenis Levestam, Oliver Driver, Tammy Davis, Peter Feeney   DREHBUCH Jonathan King   KAMERA Richard Bluck   SCHNITT Chris Plummer  
CREATURE AND MAKE UP EFFECTS Weta Workshop  
PRODUCTION DESIGNER Kim Sinclair   ART DIRECTOR Simon Bright
PRODUZENTIN Philippa Campbell   VERLEIH Ascot Elite Entertainment Group
WEBSITE www.blacksheep-themovie.com